Für eine Zukunft ohne Hunger

31.07.15

120.034 Menschen bauen sich in Mali und Burkina Faso mit Ernährungs-, Landwirtschafts-, Wasser-, Viehzucht- und Bildungsprojekten der Caritas Tirol eine wirtschaftliche Existenz auf – Spenden Fundament der langfristig angelegten Vorsorgeprojekte mit lokalen Partnern.

 

„Hunger und Unterernährung sind keine unvorhersehbare Naturkatstrophe, gegen die wir machtlos sind. Man kann den Hunger in den Griff bekommen. Viel wurde erreicht, vieles bleibt zu tun“, rüttelte Caritasdirektor Georg Schärmer im Rahmen des Pressegesprächs „Für eine Zukunft ohne Hunger“ an nach wie vor weit verbreiteten Klischees. Die Ursachen seien vielfältig. Eine davon sind die hohen Preise für Nahrungsmittel in Burkina Faso. „Umgerechnet auf unsere Verhältnisse kostet ein Kilo Bananen 42 Euro und ein Kilo Reis 14 Euro“, verweist Georg Schärmer darauf, dass in Österreich die durchschnittlichen Monatsausgaben für Lebensmittel stetig gesunken sind. Wurden zu Beginn der Fünfzigerjahre (1954) noch 44,8 Prozent bzw. Mitte der Siebzigerjahre (1974) 21 Prozent der Haushaltsausgaben in Lebensmittel und alkoholfreie Getränke investiert, ist der Anteil heute mit 12,1 Prozent bei uns sehr gering. 

 

In Ländern wie Burkina Faso liegt der Ausgabenanteil für Grundnahrungsmittel deutlich höher. Dort müssen Menschen bis zu 80 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben. Steigende Nahrungsmittelpreise, die u.a. durch Klimawandel und Nahrungsmittelspekulation verursacht werden, verschärfen die Hungerproblematik. „Als Caritas sehen wir eine Aufgabe darin die enge Verknüpfung zwischen unserem Lebensstil und den Lebensbedingungen anderer aufzuzeigen. Unser zweiter Auftrag ist die  Zusammenarbeit mit erfahrenen, verlässlichen Partnern vor Ort, um den Menschen in Mali und Burkina Faso eine Zukunftsperspektive in ihrer Heimat zu öffnen“, bittet Georg Schärmer um die Solidarität der Tirolerinnen und Tiroler. 

 

Mali: 160 Brunnen & 184.050 m2 Gemüseanbauflächen seit 1997

Die Bilanz der Zusammenarbeit mit der lokalen NGO „Brigade Hydraulique Rurale Mobile“ verdeutlicht was alles erreicht werden konnte: 160 Brunnen wurden gebaut bzw. saniert. 42 Gemüseanbauflächen mit einer Gesamtfläche von 184.050 m2 angelegt, 9 Getreidemühlen für dörfliche Frauenvereine zur Verfügung gestellt und 2000 Lehmöfen in 40 Dörfern gebaut. Sie verbrauchen 30 bis 50 Prozent weniger Holz, speichern Hitze besser und sind sicherer. Allein im letzten Jahr wurden in sieben Dörfern 7 ha an Waldbestand aufgeforstet und zusätzlich Obstbäume (Papaya, Zitrone, Goyave, Jujube, Mango) bei den Gemüseparzellen gepflanzt.

 

Burkina Faso: Pro Jahr 5022 Kleinkinder in drei Caritas-Ernährungszentren 

In enger Zusammenarbeit mit der Caritas Dori finanziert die Caritas Tirol drei Ernährungszentren für Kleinkinder bis fünf Jahren im Norden von Burkina Faso. Gerade in der Sahelzone im Norden des Landes sind die Lebensbedingungen für Mütter und Kleinkinder dramatisch. Laut einer Studie des Gesundheitsministeriums in Burkina Faso (Dezember 2014) sind im Sahel 43,3 Prozent der Kinder unter fünf Jahren chronisch unterernährt. Allein im vergangenen Jahr wurden in den drei Zentren in Gorom-Gorom, in Djibo und in Liki 5022 Kinder auf ihren Ernährungszustand untersucht und behandelt. 2464 schwangere Frauen und stillende Mütter wurden untersucht, beraten und unterstützt. 2210 Frauen und 812 Männer haben in 25 Dörfern an Informationsveranstaltungen zu Prävention, Erkennung und Behandlung von Unterernährung teilgenommen. 

 

Aktionen & Möglichkeiten sich für eine „Zukunft ohne Hunger“ zu engagieren

 

-> Caritas-Aktionstag „Für eine Zukunft ohne Hunger“
31. Juli - 11 bis 16 Uhr - Maria-Theresien-Straße – Innsbruck

Wie schmeckt eisgekühlter Hibiskustee? Was ist ein Bouli und wie hilft er gegen Hunger? Warum ist Hunger besonders für Kinder unter fünf Jahre dramatisch? Lukullische Kostproben und Infos aus erster Hand geben Georg Schärmer (Caritasdirektor), Andrä Stigger (Leiter der Caritas Tirol Auslandshilfe), die Projektreferentinnen für Burkina Faso und Mali Verena Egger und Elisabeth Förg. Darüber hinaus wird Hirse gestampft, eine Mini-Fotogalerie gibt Einblicke in die Projektarbeit und ein „Bildungsüberfall“ ist in Vorbereitung. Um 11.30 Uhr spielt die Gruppe Ratz Fatz und zwischen 14.00 und 15:30 Uhr trommelt Elaminje, Tirols West African Percussion Band. 

 

-> Caritas-Aktionstag Sammelaktion „Für eine Zukunft ohne Hunger“ 
1. August – 8 bis 12 h – vor MPREIS Filialen

Freiwillige Helferinnen und Helfer bitten um Spenden für Menschen, die nicht genug zu essen haben. Sie kommen Kindern und ihren Müttern in den Caritas Ernährungszentren in Burkina Faso zugute. Dort bekommen Mütter für ihre unter- bzw. mangelernährten Kleinkinder Babynahrung und werden über abwechslungsreiche, gesunde Ernährung geschult. 


->(M)ein leeres Marmeladeglas als Katastrophenhelfer 

Bitte ein leeres Glas suchen, das selbstklebende Etikett anbringen, Kleingeld einwerfen und dann auf das Caritaskonto überweisen. Infos & Bestellungen für die selbstklebenden Aufkleber bei Gabriele da Pozzo, Telefon 0512 7270 802 oder per Mail unter g.dapozzo.caritas@dibk.at

 

-> Spenden 
Raiffeisenlandesbank Tirol 
IBAN: AT79 3600 0000 0067 0950 BIC: RZTIAT22 
Kennwort „Für eine Zukunft ohne Hunger“ 
Online Spenden

Spenden für die Caritas sind steuerlich absetzbar. Vielen Dank!

  • Elisabeth Förg-Rob (Projektreferentin Mali), Georg Schärmer (Caritasdirektor) und Verena Egger (Projektreferentin Burkina Faso) am heutigen Aktionstag.

    Elisabeth Förg-Rob (Projektreferentin Mali), Georg Schärmer (Caritasdirektor) und Verena Egger (Projektreferentin Burkina Faso) am heutigen Aktionstag.

  • Holt euch heute beim Aktionstag eurer Marmeladenglas ab und macht es über den Sommer zum Katastrophenhelfer.

    Holt euch heute beim Aktionstag eurer Marmeladenglas ab und macht es über den Sommer zum Katastrophenhelfer.

  • Wusstet ihr, dass 1kg Bananen im Verhältnis in Burkina Faso EUR 42,-- kosten? Was ihr dagegen tun könnt, erfahrt ihr heute beim Aktionstag.

    Wusstet ihr, dass 1kg Bananen im Verhältnis in Burkina Faso EUR 42,-- kosten? Was ihr dagegen tun könnt, erfahrt ihr heute beim Aktionstag.

  • Verena Egger erklärte zuvor bei der Pressekonferenz, wie die Schulungen in den Dörfern in Burkina Faso funktionieren.

    Verena Egger erklärte zuvor bei der Pressekonferenz, wie die Schulungen in den Dörfern in Burkina Faso funktionieren.

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