Ein gutes Leben mit Demenz ist möglich

16.03.18

Demenzberaterin Melanie Albrecht, Leiter der WG Zams Dietmar Wolf, Büchereileiterin Claudia Geiger, Leiterin der Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige Iris Steinlechner und Wegbegleiter/-innen-Koordinatorin Anni Scherl. 

 

Gut leben mit Demenz ist eine Vision der Caritas und Bücher zum Thema Demenz als geistige und seelische Nahrung sind dabei ein wertvoller Baustein. Viele Besucher/-innen folgten der Einladung und kamen am Dienstag, den 13. März in die Gemeindebibliothek Perjen zur Lesung aus der Bücherreihe „1 Meter Bücher Demenz“. 

1 Meter Bücher Demenz
Die Bücherreihe ist nach einer Idee des Netzwerkes für ein demenzfreundliches Zillertal entstanden. Für Menschen mit Demenz, ihre An- und Zugehörigen und die gesamte Bevölkerung bietet sie sorgfältig ausgewählte Ratgeber, Erfahrungsberichte, Filme, Kinder- und Jugendbücher, Fachbücher, Romane und auch Spiele. Gemeinsam mit der Buchhandlung Tyrolia hat die Caritas die Bücherreihe zusammengestellt. Das Angebot ist für Büchereien und alle, die ein Zeichen für ein demenzfreundliches Miteinander setzen wollen, nutzbar.

Die Lesung in Perjen ist Teil einer tirolweiten Vortrags- und Veranstaltungsreihe, um das Thema Demenz in die Mitte zu holen, die Menschen für das Thema zu sensibilisieren und Betroffenen Rat und Hilfe zu bieten. Unsere Gesellschaft braucht ein neues Bewusstsein: Im Alter kann es dazugehören, dement zu werden. Unter diesem Motto haben die Kooperationspartner aus verschiedenen Büchern an diesem Abend gelesen: Heimleiter Dietmar Wolf (Caritas Wohngemeinschaft für Menschen mit Behinderung, Zams) las aus dem Ratgeber „Dement, aber nicht bescheuert – für einen neuen Umgang mit Demenzkranken“, Anni Scherl (Caritas Regionalreferentin & Wegbegleiterinnen-Koordinatorin) aus dem Angehörigenbericht „Der alte König in seinem Exil“ und Claudia Geiger (Büchereileiterin Perjen) aus dem Kinderbuch „Baby Oma“. Musikalisch untermalt wurde der Abend von Hubert Marth mit seinem einfühlsamen Gitarrenspiel.

Diese und andere Bücher rund um das Thema Demenz wurden von der Bücherei Perjen angekauft und stehen der Landecker Bevölkerung von nun an zum Ausleihen zur Verfügung.

Seit 2015 finden auf Initiative der Caritas in mehreren Gemeinden Tirols mit verschiedenen Systempartnern vor Ort, Vorträge und Informationsveranstaltungen statt, um die Bevölkerung für die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz und ihren An- und Zugehörigen zu sensibilisieren. Durch ein regionales gemeinsames Engagement will die Caritas damit zur öffentlichen Diskussion anregen. Ziel ist, dass zusätzliche Entlastungsangebote für pflegende Angehörige entstehen und bestehende Betreuungsangebote besser angenommen werden.

Demenz-Servicezentrum Imst
"Wir unterstützen Angehörige und Betroffene dabei, mit den Herausforderungen einer Demenzerkrankung umzugehen. Wir überlegen gemeinsam mit den Familien, welche Entlastungsangebote hilfreich sein könnten und Unterstützung im Alltag geben. Darüber hinaus besprechen wir beispielsweise, welche Kommunikationsformen sich bewährt haben und bieten den Raum für einen vertrauensvollen Austausch. Wir berücksichtigen, dass jede Familie ganz unterschiedliche Bedürfnisse hat, respektieren und wertschätzen ihren selbstbestimmten Weg, den sie in der Betreuung gehen“, erklärt Melanie Albrecht, Regionalreferentin der Caritas und Angehörigenberaterin, das umfassende Angebot des Caritas Demenz-Servicezentrums in Imst. 

Angehörigencafé Demenz
Erfahrungen austauschen, Kraft tanken und Fragen stellen – das steht im Zentrum des Angehörigencafé Demenz des Caritas Demenz-Servicezentrums Imst. Jeden letzten Freitag im Monat treffen sich Angehörige von Menschen mit Demenz von 9 bis 11 Uhr im Widum in Imst. Die Teilnahme ist kostenlos. Der nächste Termin ist am 27. April 2018.

Wegbegleiter/-innen Zams-Landeck
„Für uns stehen die pflegenden Angehörigen im Mittelpunkt. Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen sind geschult und auf ihre Aufgaben gut vorbereitet. Wir begleiten pflegende Angehörige, indem wir Zeit schenken, zuhören, Zeitoasen schaffen, über Entlastungsangebote informieren und helfen, Netzwerke zu knüpfen. Dabei stehen die Bedürfnisse und Wünsche des Angehörigen an erster Stelle. Wertschätzung und Verschwiegenheit ist für uns eine Selbstverständlichkeit im Umgang mit den uns anvertrauten Menschen“, unterstreicht Anni Scherl, Kontaktperson der Wegbegleiterinnen und Ansprechperson für pflegende Angehörige.

Hoffnung>Verzweiflung
Das Caritas Demenz-Servicezentrum in Imst wird zu einem großen Teil über Spenden der Frühjahrssammlung finanziert.