Kleinbäuer/innen ernähren die Welt!

16.05.19

 

30 Menschen tauschten sich am Dienstag, den 7.5.2019 im Gasthof Lamm in Matrei über das Leben und Arbeiten von Kleinbäuer/innen aus. Sowohl in Matrei wie auch im Kaya (Burkina Faso) stellen sich die Landwirte ähnlichen Herausforderungen, wenn auch in unterschiedlicher Intensität. Mangelnder Regen oder Wetterextreme, sinkende Weltmarktpreise und Geringschätzung der harten Arbeit kennzeichnen den Alltag der Produzent/innen. Zwar leisten die Kleinbäuer/innen zu 70% den Beitrag zur Welternährung, aber gerade auch diese Gruppe ist bei Ernteausfall von Hunger betroffen, erzählt Desire Somé aus Burkina Faso.

Hunger kannten die Bauern auch im Wipptal. Tirol konnte sie nie autonom ernähren, das Korn wurde von Ungarn importiert und war sehr teuer, erzählt der Matreier Dorfchronist. Für einen Jahreslohn konnten in früheren Jahrhunderten nur wenige Kilogramm zugekauft werden. Erst mit den verbesserten Transportmitteln wie der Eisenbahn, wurde das Getreide etwas günstiger.

Die Almwirtschaft hat sich entwickelt, damit im Tal Korn geerntet werden konnte. Wenn aber zusehends Almen verschwinden und die Waldgrenze in die Höhe steigt, beeinträchtigt das unseren Wasserkreislauf, erklärt Carolin Holtkamp von der Universität Innsbruck. Bis 2080 könnte es bis zu 75% weniger Wasser in Tirol geben. Der Klimawandel geht somit uns alle an. In Ellbögen gab es letztes Jahr sogar 100% Ernteausfälle.

Klimagerechtigkeit ist somit eng mit der kleinbäuerlichen Arbeit und dem Ernährungssystem verknüpft. Darum haben wir auf biologische Landwirtschaft umgestellt, erklärt der BGM Alexander Wörz. Es ist doch kurios, ergänzt ein weiterer Landwirt, dass in Brasilien der Regenwald für das Futtersoja abgeholzt wird, die europäischen Kühe ohne desselben hungern und das europäische Milchpulver die Kleinbäuer/innen im globalen Süden ausbremst. Wir wollen und brauchen ein anderes gemeinsames leben und arbeiten. Act local und think global, ergänzen die Gäste aus Burkina Faso.

Die bäuerlichen Strategien wie das ZAI oder die Lärchwiesen zeigen auf, wie eng das wirtschaftliche, mit dem ökologischen und dem kulturellen Wirken verbunden ist. Kleinbäuerliche Arbeit ernährt nicht nur die Welt, sondern schützt auch die Erde und den sozialen Zusammenhalt.