Hospizorientierte Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung und Palliative Care 2021.22


Wann: 29.09.21 / 09:00

 

Anliegen des Lehrganges
Tod und Sterben werden in unserer Gesellschaft weithin verdrängt. Vielen Menschen fällt es schwer, sich mit diesen angstbesetzten Realitäten in angemessener Weise auseinanderzusetzen. Ein Großteil der Österreicher/innen stirbt heute in Krankenhäusern und Pflegeheimen.

Uns geht es einerseits darum, das Sterben an diesen Orten menschenwürdig(er) zu gestalten. Dazu sind geschulte Begleiter/innen unbedingt notwendig. Andererseits haben viele sterbende Menschen den Wunsch, ihr Leben zu Hause zu vollenden. Dies ist aber nur möglich, wenn sie und ihre Angehörigen fachliche und menschliche Unterstützung und Begleitung bekommen. Die Erfahrungen der Hospizbewegung lehren uns einen würdevollen Umgang mit Tod und Sterben. Wesentliche Ziele eines solchen Umgangs sind Autonomie, Schmerzfreiheit und Begleitung.

Ziele
Der Lehrgang will dazu befähigen, Menschen in ihrer letzten Lebensphase mit ihren physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnissen zu begleiten und Angehörigen, Freunden und Betroffenen hilfreich beizustehen. Wir orientieren uns dabei an den Grundsätzen der Hospizbewegung bzw. den Prinzipien und Standards von Palliative Care. 
Neben der Vermittlung von theoretischen, fachspezifischen und organisationsbezogenen Kenntnissen setzt dieser Lehrgang bewusst einen persönlichkeitsorientierten Schwerpunkt: Er will die Teilnehmer/innen ermutigen, sich mit dem eigenen Leben und Sterben intensiv auseinanderzusetzen und darauf aufbauend Kommunikationsfähigkeit zu entwickeln.

Termine
Anmeldeschluss: 15. April 2021
Aufnahmegespräch Mitte Mai 2021

  • Block 1: 29. September bis 02. Oktober 2021, Bildungshaus St. Michael, Matrei am Brenner
  • Block 2: 01. bis 04. Dezember 2021, Haus der Begegnung, Innsbruck
  • Block 3: 23. bis 26. Februar 2022, Bildungshaus St. Michael, Matrei am Brenner
  • Block 4: 06. bis 09. April 2022, Bildungshaus St. Michael, Matrei am Brenner
  • Block 5: 08. bis 11. Juni 2022, Bildungshaus St. Michael, Matrei am Brenner

Präsentation der Abschlussarbeiten: 14. Juni 2022
Prüfung für Teilnehmer/innen mit Pflegeausbildung: 21. Juni 2022
Feierlicher Lehrgangsabschluss: 21. Juni 2022
Die Termine für die Einzelsupervision (5UE), die Gruppensupervisionen (18 UE, 5 Termine) und die unterstützenden Besprechungen zur Erstellung der Abschlussarbeit werden zu Lehrgangsbeginn vereinbart.

Zielgruppe
Personen, die hauptamtlich oder ehrenamtlich mit schwerkranken, sterbenden Menschen sowie deren Angehörigen/Freunden zu tun haben oder sich auf eine solche Tätigkeit vorbereiten wollen. Die Teilnehmer/innen bilden im Lehrgang eine interdisziplinäre Lerngruppe, die möglichst alle Professionen und Dienste der Hospizarbeit verkörpern soll.

  • Hauptamtlich Tätige
    Ärzte, Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen, Pflegeassistent/innen, Pflegefachassistent/innen, Diplom- und Fachsozialbetreuer/innen für Altenarbeit, Behindertenarbeit, Behindertenbegleitung und Familienarbeit, Seelsorger/innen, Pastoralassistent/innen, Psycholog/innen, Psychotherapeut/innen, Sozialarbeiter/innen, Physiotherapeut/innen, Pädagog/innen etc.
  • Ehrenamtlich Tätige
    Sozial Engagierte (Sprengel, Heime, Pfarrkreise, Stadtteilzentren etc.)

Inhalte

Dimensionen von Palliative Care
• Grundhaltungen, Einsatzebenen und historische Entwicklung von Hospizarbeit und Palliative Care
• Ganzheitliche Symptomerfassung, Linderung von Symptomen
• Psychosoziale und spirituelle Begleitung sterbender Menschen und deren Angehöriger
• Kommunikation und Gesprächsführung, Begleitung trauernder Menschen

Handlungsfeld Palliative Care
• Rechtliche, ethische und kulturell-religiöse Fragestellungen in der letzten Lebensphase
• Praktikum in einer selbstgewählten Hospiz- oder Palliativeinrichtung

Organisations- und Qualitätsentwicklung
• Strukturen der Hospiz- und Palliativversorgung, Ehrenamt, palliative Sozialarbeit
• Interprofessionalität und Teamarbeit
• Qualitätsentwicklung in der Palliativ- und Hospizarbeit

Selbstmanagement
• Lebensgeschichte im beruflichen Kontext von Palliative Care, Selbsterfahrung zu den Themen              Leben/Lebensqualität, Tod und Sterben
• Selbst- und Praxisreflexion, Psychohygiene Wissenschaftliches Arbeiten
• Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten, Literaturstudium
• Interdisziplinäre schriftliche Abschlussarbeit

Erfordernisse für einen positiven Abschluss
durchgehende Anwesenheit in den fünf Blockseminaren (5 x 4 Tage, 190 UE)
120 Stunden Praktikum in der Begleitung von schwerkranken und sterbenden Menschen (Teile davon können an der eigenen Arbeitsstelle absolviert werden, sofern diese facheinschlägig ist)
Teilnahme an der Supervision (5 UE Einzelsupervision, 18 UE Gruppensupervision)
Erstellung eines E-Portfolios zur Dokumentation der Selbststudiums-Phasen (Blended-Learning)
Teilnahme an einer selbst organisierten, vertiefenden Fortbildung im Setting von Palliative Care (16 UE)
Interdisziplinäre schriftliche Abschlussarbeit über ein innerhalb der Lehrgangsgruppe  berufsgruppenübergreifend zu behandelndes Thema (inkl. Präsentation der Abschlussarbeit)

Lehrgangsanerkennung
Der erfolgreiche Abschluss dieses Basislehrgangs in Palliative Care (Level 1) befähigt zum Weiterstudium (30 ECTS Punkte) im Rahmen der universitären Masterstudiengänge an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg.

Der Lehrgang ist anerkannt als Weiterbildung „Palliativpflege“ für Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege gem. § 64 GuKG und für Pflegeassistent/innen und Pflegefachassistent/innen gem. § 104a GuKG. Die Berufsgruppen sind nach erfolgreich abgelegter Prüfung berechtigt, die Zusatzbezeichnung „Palliativpflege“ zu führen.

Ärztinnen, Ärzte und Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege erfüllen mit dem Lehrgangsabschluss die Anstellungserfordernisse für Palliativ- und Hospizeinrichtungen nach den ÖBIG-Qualitätsstrukturkriterien.

Lehrgangsteam
Lehrgangsleitung
DGKP Mag.a Alexandra Gassner

Leitung der Weiterbildung nach GuKG
DGKP Gabriele Neumann

Referent/innenteam
Marina Baldauf, DGKP Mag.a Elisabeth Draxl, Mag. Durmus Gamsiz, DSA Petra Hillebrand, Dr.in Monika Niedermayr, Dr.in Elisabeth Medicus, Monika Osl, Dir. Georg Schärmer, Mag. Christian Sint, Mag.a Romana Thurnes, DGKP Mag. Piet Wolters und andere

Kurskosten
Die Lehrgangsgebühr beträgt 1.120 Euro zuzüglich 1.130 Euro für Unterkunft und Verpflegung. Block 1, 3, 4 und 5 mit Übernachtung und Vollpension, Block 2 in Form von Tagesseminaren, Mittagessen inkludiert. Die Gesamtkosten in der Höhe von 2.250 Euro sind in drei Teilbeträgen zu je 750 Euro zu begleichen. Teilnehmer/innen mit Pflegeausbildung können optional die Abschlussprüfung nach GuKG ablegen. Die Prüfungsgebühr beträgt 85 Euro und wird mit der dritten Teilrechnung im April 2022 in Rechnung gestellt.

 

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft