In schwierigen Zeiten

Obwohl Rumänien seit 2007 Mitglied der EU ist, gibt es noch jede Menge wirtschaftlicher, politischer und sozialer Probleme zu lösen. Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat die ersten vorsichtigen Schritte in Richtung eines besseren Lebens wieder zunichte gemacht. Die Gesellschaft in Rumänien zeichnet sich durch eine tiefe Spaltung aus. Während ein Teil der Bevölkerung von den Entwicklungen der vergangenen Jahre profitiert, so bildeten sich daneben Ghettos. Vor allem in städtischen Armensiedlungen und in Romasiedlungen auf dem Land findet man unvorstellbare Armut, fehlende Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten. 


Um die staatlichen Ausgaben zu senken, wurden 2010 die Gehälter aller staatlichen Angestellten um mindestens 25 Prozent reduziert. Seither gab es keine Gehaltserhöhungen mehr. Gleichzeitig wurden im öffentlichen Bereich zehntausende Stellen abgebaut. Dieser Prozess soll auch heuer fortgesetzt werden. Gekürzt wurden außerdem verschiedene Sozialleistungen. Gleichzeitig wurde die Mehrwertsteuer von 19% auf 24% erhöht. Der Effekt: 1 Kilo Zucker kostet ca. 2 Euro.

 

All diese Maßnahmen sowie die schlechte allgemeine wirtschaftliche Lage führten in erster Linie dazu, dass die große Mehrheit der Familien heute mit kleineren Einkommen auskommen müssen. Viele Familien, die in den Jahren vor der Krise Schritte in Richtung eines besseren Lebens machten, sind nun in die Armut zurückgefallen. Eine Folge ist auch, dass die Auswanderung aus Rumänien für immer mehr Menschen eine ernstzunehmende Option darstellt. Eine weitere Folge der Krise und der Sparmaßnahmen ist das schlechte Funktionieren vieler staatlichen Einrichtungen wie Krankenhäuser, Schulen, Verwaltungsbehörden usw. 

 

Auch für die Caritas in Rumänien waren die letzten Jahre schwierig. Einerseits stieg die Not der hilfesuchenden Menschen, andererseits sanken die staatlichen Beiträge bzw. die Spenden privater Firmen aus Rumänien. Dank der Unterstützung der ausländischen Caritaspartner und einem strikten Sparkurs konnten die Einrichtungen weiter betrieben werden, wenngleich mit gewissen Abstrichen.

 

Neben der Finanzhilfe und des Transports von Hilfsgütern unterstützt die Caritas Tirol die rumänischen Kolleg/innen auch verstärkt im Wissenstransfer und im Know-How zur Weiterentwicklung des Sozialwesens vor Ort.

Wie man eine Hilfsgütersammlungen und -transporte organisiert und was in Rumänien benötigt wird finden Sie im Leitfaden für Hilfsgütersammlungen

Unsere Projekte in Rumänien

    Wege aus dem Ghetto

    Laut Angabe des Europarates sind etwa neun Prozent der 20 Millionen Einwohnern Rumäniens ethnische Roma. Seit jeher haben sie mit Nachteilen und Diskriminierung zu kämpfen. Durch bürokratische Hürden werden viele Romakinder sogar daran gehindert, die Schule zu besuchen. In ärmlichen Behausungen am Stadtrand oder in eigenen Siedlungen abseits der Gesellschaft ist es besonders für die Kinder sehr schwer eine gute Basis für den weiteren Lebensweg zu...