„Verantwortungsvolle Politik ist verbindlich und grenzt niemanden aus“

07.03.18

„Wenn man Tausende in prekäre Lebensverhältnisse drängt, gefährdet das den sozialen Frieden" (Foto: Berger). 

 

Die neun diözesanen Caritasdirektor/-innen äußern sich in einer gemeinsamen Erklärung äußerst besorgt und kritisch angesichts angekündigter Sparmaßnahmen der Bundesregierung im Sozialbereich (gemeinsame Erklärung siehe unten). Caritas Direktor Georg Schärmer zu den Sparplänen:

„Leider zeichnet sich die Bundesregierung immer wieder dadurch aus, dass sie Zwietracht sät und Arme noch mehr von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgrenzt“, zeigt sich Caritas Direktor Georg Schärmer enttäuscht. „Arbeitslosen, Mindestsicherungsempfängern und Flüchtlingen wird in einem Generalverdacht unterstellt, dass sie zu wenig oder gar nichts zum Gemeinwohl beitragen würden. Gleichzeitig reduziert man ihre Chancen, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen, indem man AMS- und Integrationsprogramme kürzen will. Das ist schamlos und bricht mit der solidarischen Grundverfassung unseres Landes.“ Die politischen Newcomer seien gut beraten, sich respektvoll den Errungenschaften jahrelanger Sozialpolitik zu nähern. „Der gesellschaftliche Solidarausgleich hat Österreich auch wohlhabend und sicher gemacht. Wenn man Tausende Menschen in prekäre Lebensverhältnisse drängt und sie ausgrenzt, gefährdet das den sozialen Frieden, verbaut Kindern und Jugendlichen Zukunftschancen und gesellschaftliche Teilhabe. Abertausende Arme, die gerade noch das Nötigste zum Leben haben, sind auch volkswirtschaftlich gesehen ein Unsinn.“ Für Georg Schärmer leiste gerade der Arme unverzichtbare Beiträge zur Wirtschaft - fließe doch sein ganzes Geld in den Kauf überlebensnotwendiger Güter des täglichen Gebrauchs. Alle gewährten Sozialleistungen würden somit wieder unmittelbar in den ökonomischen Kreislauf des österreichischen Haushalts fließen. „Die Politik der verbrannten Erde zerstört wertvollen sozialökonomischen Humus und ist ein Armutszeugnis, ja eine Verhöhnung der Humanität.“ 

„Ich bin dankbar, dass die Tiroler Landespolitik seit vielen Jahren sich nicht an dieser unsolidarischen Politik beteiligt und sehr auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt und den sozialen Frieden bedacht ist. Ich bin überzeugt, dass die neue Tiroler Landesregierung diesen humanen Weg fortsetzen wird“, unterstreicht Schärmer abschließend.