Beratungsstelle für pflegende Angehörige

04.12.18

Johannes Dines (Direktor Caritas der Erzdiözese Salzburg), Silvia Prosser (Mitarbeiterin Beratungsstelle), Kathrin Kaltenhauser (Landtagsabgeordnete), Georg Schärmer (Direktor Caritas der Diözese Innsbruck), Klaus Rainer (Netzwerk Demenzfreundliches Zillertal) und Hansjörg Jäger (Obmann Planungsverband) präsentierten die neue Beratungsstelle. 

 

Nach Innsbruck, Imst und Zirl gibt es in Uderns nun eine weitere Beratungsstelle für pflegende Angehörige mit Schwerpunkt Demenz. Das neue Angebot wurde heute im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt. Die Anlauf- und Beratungsstelle ist nicht nur mit einem Büro im Caritas-Zentrum Zillertal vertreten, sondern auch mit einem aufsuchenden Dienst in der Region unterwegs. Des Weiteren werden Sozial- und Gesundheitssprengel sowie Pflegeheime bei der Betreuung von Menschen mit Demenz fachlich unterstützt sowie das „Netzwerk für ein Demenzfreundliches Zillertal“ durch die neue Fachstelle koordiniert und weiter ausgebaut. Bewusstseinsbildung rund um Demenz in der Öffentlichkeit mittels Vorträgen, Veranstaltungen und Pressearbeit sowie Bildungs- und Schulungsangebote für pflegende Angehörige, Fachpersonal und Interessierte runden das Angebot am neuen Standort ab. 

Finanziert wird die Beratungsstelle vorläufig auf drei Jahre zu je einem Drittel von Land Tirol, dem Planungsverband und der Caritas (Tirol und Salzburg). 

 

„Aushängeschild über die Grenzen des Tals“

 „Wir sind stolz auf das Projekt ‚Demenzfreundliches Zillertal‘, das weit über die Grenzen des Tals hinweg ein Aushängeschild geworden ist“, freut sich Johannes Dines, Direktor der Caritas der Erzdiözese Salzburg bei der Eröffnung. Das Herz dieses Projekts sei das gut funktionierende Netzwerk, das seit drei Jahren erfolgreich zusammengearbeitet und viel erreicht habe. Die neue Beratungsstelle sei ein weiterer Meilenstein. „Die Pflege von Angehörigen ist nicht immer leicht und oftmals mit großen Sorgen, Ängsten und Einschränkungen verbunden. Nun gibt es einen Ort, an dem sie Rat und Hilfe finden können.“ 

 

„Ein freudiger Tag“

Bgm. und Planungsverbands-Obm. Hansjörg Jäger spricht von „einem freudigen Tag für die Talschaft.“ Ein besonderer Dank gelte dabei Vizebürgermeisterin Theresia Rauch, die den Planungsverband vom Projekt überzeugt habe. „Wir werden auch weitere Projekte in diese Richtung unterstützen, weil die Daseinsvorsorge die größte Herausforderung für die Gemeinden ist.“ Künftig brauche es vor allem für junge pflegebedürftige Menschen noch mehr Raum. 

 

Tiroler Weg, mobil vor stationär, fortsetzen

„Das Zillertal ist bekannt aufgrund seiner wirtschaftlichen Stärke, aber es ist auch ein sehr soziales Tal“, betont Landtagsabgeordnete Kathrin Kaltenhauser. „Unser Weg in Tirol, mobil vor stationär, sollte weitergefahren werden. Eine Beratungsstelle für pflegende Angehörige geht genau in diese Richtung.“ Bei Menschen mit Demenz sei die Pflege zu Hause eine ganz besondere Herausforderung, weil sich die zu Pflegenden auch ihn ihrem Wesen verändern. Für Schulungen, Gespräche, die Möglichkeit, sich selbst wieder zu finden und zum „Kraft tanken“ sei die neue Beratungsstelle daher besonders wichtig. 

 

„Angehörige sagten uns, was sie brauchen“

„Beeindruckend war für mich, dass wir uns vor drei Jahren zusammengesetzt und diese Herausforderung der Zukunft erkannt haben“, erklärt Klaus Rainer vom „Netzwerk Demenzfreundliches Zillertal“: „Die Zillertaler können stolz sein, dass sich 15 Systempartner zu einem Netzwerk zusammenschlossen. Es ist eine Initiative, die von unten kommt.“ Das Ziel sei es, Lebens- und Wohnräume für pflegebedürftige Menschen zu schaffen. Alles, was dafür eingesetzt wird, um pflegebedürftige Menschen gut zu begegnen, bedeute ein „Mehr“ an Menschlichkeit. „Wichtig war uns, dass Betroffene im Netzwerk sind, die sagen, was sie brauchen. Es gab vor allem drei Wünsche: Entlastung, Schulung und niederschwellige Beratungsangebote“, formuliert Rainer die Anforderungen an die neue Fachstelle. 

 

Ein Thema, das jeden und jede betrifft

Georg Schärmer, Direktor der Caritas der Diözese Innsbruck, knüpft an ein bekanntes Sprichwort aus Afrika an: „‘Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf‘ ist durchaus abzuwandeln auf die Betreuung von pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörige.“ Die Sorge um pflegende und betreuende Angehörige sei ein Auftrag, der nicht allein an professionelle Dienste delegierbar ist. „Der Bereich Altenhilfe ist in Tirol sehr gut ausgebaut und von höchster Qualität gekennzeichnet. Nachholbedarf haben wir in der Beratung, Betreuung und Begleitung von pflegenden Angehörigen und in der Bewusstseinsbildung der breiten Öffentlichkeit, ist doch das Thema Pflege eines, das jede und jeden von uns früher oder später betrifft.“ Das Netzwerk im Zillertal und insbesondere die neu geschaffene Stelle würden diesen Auftrag aufgreifen. „Die bewährte gute Zusammenarbeit aller Partner ist ein Garant dafür, dass diese Initiative sich einreiht in die Modellprojekte, die es in Tirol schon gibt. Es freut mich, dass in Tirol das WIR vor dem ICH und MIR steht und wir die Kultur des Zusammenhalts und des Zusammenwirkens hochhalten“, betont Schärmer abschließend.

 

Ansprechperson
Silvia Prosser, BA
Angehörigenberatung und Pfarrgemeindecaritas
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