Unser Solidaritätseuro sichert Menschenleben

03.07.20

Direktor Georg Schärmer, Auslandshilfe-Leiterin Julia Stabentheiner und Bischof Hermann Glettler gaben den Startschuss für die diesjährige Sommersammlung (Foto: Caritas Tirol).

 

Caritas Tirol startet Sommersammlung
„Wir helfen vor Ort. Unmittelbare Hilfe ist die beste Fluchtvorsorge“, so Caritasdirektor Georg Schärmer eingangs bei der heutigen Pressekonferenz. Mit Spendengeldern aus Tirol konnte alleine im vergangenen Jahr für 33.000 Menschen in Westafrika eine Lebensgrundlage vor Ort gesichert werden. Seit 1974 ist die Caritas der Diözese Innsbruck schwerpunktmäßig in den Ländern, die beide laut Human Development Index zu den zehn ärmsten Staaten der Welt gehören, tätig. Heute gaben Bischof Hermann Glettler, Direktor Georg Schärmer und Auslandshilfe-Leiterin Julia Stabentheiner den Startschuss für die diesjährige Sommersammlung

Schwerpunkt Wasserversorgung
Lebensgrundlagen vor Ort schaffen – das ist sowohl in Burkina Faso als auch in Mali das Ziel der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit. Gerade in der Sahel-Zone sind die Lebensbedingungen extrem. Regelmäßig kommt es zu Hungerkrisen, der Klimawandel ist stark zu spüren. Wenn nicht die Hitze die Ernte zerstört, dann sind es sintflutartige Regenfälle, die ganze Felder hinwegschwemmen. Zu diesen klimatischen Herausforderungen kommen die schlechte Infrastruktur und unzureichende Wasserversorgung – speziell in den ländlichen Gebieten, sowie schlechte Bildung und mangelndes Wissen über nachhaltige Landwirtschaft. Die Folgen sind Armut und Hunger. „Die Coronakrise ist in Westafrika nur eine von vielen Krisen“, so Julia Stabentheiner, Leiterin der Caritas-Auslandshilfe. Um der Bevölkerung gerade in den Dörfern sauberes Trinkwasser zur Verfügung zu stellen und in weiterer Folge den Anbau von Obst und Gemüse sowie Viehzucht zu ermöglichen, unterstützt die Caritas Tirol Brunnenbauprojekte vor Ort. Fast 200 Brunnen, die ca. 105.000 Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglichen, wurden bereits errichtet – und es wird weiter gebaut. Durch Tiefbrunnen kann das Wasser der unregelmäßigen Niederschläge gespeichert und über das Jahr verteilt genutzt werden. Rund um die Brunnen entstehen grüne Oasen - Gemüseanbauflächen, die nun das ganze Jahr die Menschen mit Lebensmitteln versorgen und Ausgang weiterer Landwirtschafts- und Ernährungsprojekte sind. Unruhen im Land und die Corona-Pandemie erschweren derzeit die Arbeit vor Ort, dennoch lässt die Caritas die Projektpartner nicht im Stich. 

Hunger und Corona: Die doppelte Not
Hinter uns liegen schwierige Zeiten. Die Liebsten wochen- oder monatelang nicht in die Arme schließen zu können, zu Hause festzusitzen, vielleicht in Kurzarbeit oder gar arbeitslos zu sein. Nicht zu wissen, was die Zukunft bringt. Dennoch gibt es bei uns ein soziales Netz, eine gute medizinische Versorgung, genügend zu essen und vor allem sauberes Wasser.

Aus Dankbarkeit, in einem privilegierten Land wie Tirol leben zu dürfen, bitten wir daher alle Tirolerinnen und Tiroler um einen Solidaritätseuro. „Die globale Gesundheitskrise braucht eine Antwort. Die Antwort muss ein Plus an Solidarität über die Landesgrenzen hinaus sein. Not tut überall gleich weh und daher braucht es eine Globalisierung der Nächstenliebe“, betont Bischof Hermann Glettler. Der Ausnahmezustand habe uns ein Gefühl vom Dauerzustand vermittelt, der in anderen Ländern herrscht. Bereits ein Euro pro Kopf sichert den Fortbestand der Hilfsprojekte vor Ort und somit direkt und indirekt das Überleben von 33.000 Menschen in der Sahel-Zone: „DurstStiller zu sein, braucht Trinkgeld. Daher bitten wir die Tirolerinnen und Tiroler um einen Solidaritätseuro“, bittet Caritasdirektor Georg Schärmer. 

Kirchensammlung am 14. und 15. August
In diversen Printmedien sowie in allen Pfarren der Diözese Innsbruck findet man „Spendensackerln“, die über den Sommer befüllt werden und bei der Kirchensammlung am Hohen Frauentag (15. August) oder direkt im Pfarramt abgegeben werden können. Die Spende kann auch mittels Zahlschein, per E-Banking an AT79 3600 0000 0067 0950 (Zweck: DurstStiller) oder per Online-Spende erfolgen. Bereits zuvor am Freitag, dem 31. Juli um 15 Uhr läuten in ganz Österreich die Kirchenglocken fünf Minuten lang. Zur Sterbestunde Jesu sollten sie daran erinnern, dass täglich Menschen an Hunger und Durst sterben. 

PS: Auch der Kauf der DurstStiller-Glasflaschen kommt direkt der Sommersammlung zugute. Außerdem fließen die Erlöse aus dem Verkauf der neuen CD „Einfach Danke“, bei der 16 Ensembles aus allen Tiroler Landesteilen vertreten sind, in die Hilfsprojekte der Caritas. Beide Produkte sind in der Caritas-Zentrale (Heiliggeiststraße 16) oder im Caritas Online-Shop erhältlich. 

Wir essen die Welt
Thematisch passend zur Sommersammlung für die Brunnenbau- und Ernährungsprojekte in Westafrika ist noch bis 9. Oktober (Verlängerung geplant) von Dienstag bis Freitag von 11-17 Uhr sowie am Samstag von 10 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt die Erlebnisausstellung „Wir essen die Welt“ in der Stadtbibliothek Innsbruck zu sehen. Die Ausstellung geht der Herkunft unserer Lebensmittel sowie den Auswirkungen unseres Konsums auf die Umwelt auf den Grund. 

Besonderes Highlight 
„Not kann Jedermann und Jedefrau treffen, deshalb werden in Kooperation mit den Salzburger Festspielen zum 100-jährigen Jubiläum von 2.-8. August täglich um 20:30 Uhr sieben Vorstellungen vom Jedermann 2020 vom Domplatz in Salzburg und eine historische Version auf einer Großleinwand im Innsbrucker Dom gezeigt“, präsentiert Bischof Hermann Glettler dieses besondere Sommer-Highlight. Der Eintritt beträgt nur 10 Euro, dafür werden Spenden für die Caritas-Projekte erbeten. Der Kartenverkauf findet in der Innsbruck Information am Burggraben 3 von Montag bis Samstag von 9-17 Uhr ab 13. Juli statt.