Kooperation des MCI und der Caritas Tirol

07.09.20

Freude herrschte bei Siegfried Walch (Leiter Masterprogramm International Health & Social Management), Elisabeth Rathgeb (Stellvertretende Caritasdirektorin), Lukas Kerschbaumer (Center for Social and Health Innovation), Julia Ganner (Absolventin IHSM), Georg Schärmer (Caritasdirektor Tirol), Christina Tanzer (Absolventin IHSM) / Foto: MCI.

 

An den Grundauftrag der Caritas anschließend, sich den existenziellen sozialen Herausforderungen anzunehmen, einen Beitrag zur Bildungsarbeit zu leisten und die Vernetzung und Kooperation relevanter Partner/innen in allen erdenklichen gesellschaftlichen Funktionen voranzutreiben, haben sich das Center for Social and Health Innovation (CSHI) der Unternehmerischen Hochschule® und die Caritas der Diözese Innsbruck auf eine Zusammenarbeit verständigt. Dabei sollen Studierende gefördert werden, die sich im Rahmen ihrer Masterarbeit aktiv mit Problemstellungen der täglichen Arbeit der Caritas auseinandersetzen wollen.

„Wir müssen uns fit für die Zukunft machen und hierbei ist es mir und der Caritas wichtig, Praxis und Wissenschaft aneinander zu koppeln und jungen Menschen die Chance zu bieten, aktiv an der Gestaltung des Sozialen mitzuwirken“, unterstreicht Direktor Georg Schärmer.

„Forschung am MCI dient nicht nur dem Erkenntnisgewinn, sondern soll zu konkretem Mehrwert führen und Lösungen hervorbringen. Die beiden MCI-Studierenden Julia Ganner und Christina Tanzer haben dies erfolgreich demonstriert und zeigen, welch großartige Praxiskooperationen mit Tiroler Organisationen gelingen können", betont Rektor Andreas Altmann.

Erste Arbeiten
Julia Ganner
und Christina Tanzer, zwei Studierende aus dem Masterprogramm International Health & Social Management des Management Center Innsbruck haben sich in einem zweistufigen Auswahlverfahren durchgesetzt und sich in ihrer gemeinsamen Masterarbeit dem Thema der Freiwilligenarbeit in der Alterspension angenommen. Ihr Fokus lag hierbei auf formaler Freiwilligenarbeit und beleuchtet die Hürden bzw. Chancen, die in Tirol bereits sehr stark ausgeprägte und intensiv betriebene Freiwilligenarbeit doch noch etwas besser zugänglich, bekannter und attraktiver zu machen. Dabei wurden auch Unternehmen in die Erhebung involviert, um deren Bereitschaft zur Förderung der Freiwilligenarbeit in das Gesamtbild mitaufzunehmen. Insgesamt wurden beinahe 30 Interviews realisiert, ausgewertet und in eine 170-seitige Masterarbeit überführt.

Perfekt umgesetzt
Letzte Woche fand die Verteidigung der Arbeit am MCI statt, die die beiden Studentinnen perfekt meisterten. Einem exzellenten Abschluss steht nichts mehr im Wege. Georg Schärmer kam persönlich vorbei, um die Arbeit zu übernehmen, gratulierte und bedankte sich bei den Studentinnen. Auch wenn in Tirol Freiwilligenarbeit eine enorm hohe Beteiligung aufweist und die unterschiedlichsten Einrichtungen hervorragende Arbeit leisten, allen voran die Freiwilligenpartnerschaft, gibt es noch Potentiale, die genutzt werden können. Zu den zentralsten Ergebnissen zählt der Hinweis, Unternehmen stärker aktiv anzusprechen und auf Möglichkeiten zur Unterstützung von Freiwilligentätigkeiten der Belegschaft hinzuweisen. Viele Unternehmen stehen der Ermöglichung von Freiwilligenarbeit positiv gegenüber, haben aber nicht die Kapazitäten, solche ohne Unterstützung zu organisieren. Ein Ermöglichen von Freiwilligentätigkeiten im Berufsleben erhöht die Wahrscheinlichkeit, diese auch im Alter weiterzuführen. „Ehrenamt befindet sich im Wandel. Neben dem traditionellen Ehrenamt etablieren sich auch in Tirol neue Formen von Freiwilligenarbeit, welche projektorientierter und individueller sind. Diese können auch für die Zielgruppe unserer Masterarbeit, Menschen am Beginn ihrer Pension, sehr attraktiv sein. Die vielseitigen Motive für Freiwilligenarbeit von Tirols Pensionisten und Pensionistinnen reichen von persönlicher Weiterentwicklung, Selbstverwirklichung, bis hin zur Aufrechterhaltung sozialer Netzwerke“, so die Studentinnen Christina Tanzer und Julia Ganner. 

E-Volunteering
Die letzten Monate haben unter Einfluss der Corona-Maßnahmen gezeigt, dass eine weitere Säule der Freiwilligenarbeit verstärkt angeboten bzw. ausgebaut werden sollte. E-Volunteering, also das Anbieten von Beratung, Unterstützung, Kommunikation und Informationen über Onlineapplikationen kann schnelle Hilfestellung bedeuten und ist ortsungebunden und bis auf minimales technisches Knowhow wenig exklusiv. Es kann also gleichsam von einer breiten Masse an Freiwilligen mit geringem Aufwand angeboten und von einer Vielzahl von Personen angenommen werden.