© Ruben Lackner

23) Wo Vertrauen wächst und Herzen heilen

Ein festlich geschmückter Christbaum, Kerzen am Adventskranz, ein Kalender voller Überraschungen – all das gehört für viele Menschen zu Weihnachten. Auch im Haus Mirjam in Hall erstrahlt die Wohngemeinschaft der Caritas in weihnachtlichem Glanz. Doch hinter den Lichtern verbergen sich auch traurige Geschichten. Denn für einige Kinder und Jugendlichen, die hier leben, sind Feste wie Weihnachten nicht immer einfach, sondern eine Zeit, in der sie besonders spüren, was ihnen fehlt.

Im Haus Mirjam wohnen aktuell neun Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 15. Sie alle haben Dinge erlebt, die kein Kind erleben sollte. Manche kommen still und verschlossen an – mit einer Last, die viel zu schwer ist für junge Schultern. In der WG finden sie Halt Sicherheit. Menschen, die nicht aufgaben. Und meist finden sie auch ihr Lachen wieder – das sie teilweise verloren hatten. „Das sind die Momente, in denen wir wissen, dass wir vieles richtig machen“, sagt Katharina, eine der beiden Leiterinnen.

Das Leben in der WG ist Alltag: Aufstehen, Schule, Hausübungen, Freizeit. Doch hinter diesem Alltag steckt intensive Beziehungsarbeit. „Wir sind oft die wichtigsten Bezugspersonen für die Kinder“, erzählt die Leiterin. „Mit uns können sie über alles reden, manchmal dringen wir zu ihnen durch – manchmal gar nicht.“ 

Acht Mitarbeiter*innen gehören zum Team im Haus Mirjam – Sozialpädagog*innen, Psycholog*innen, Erziehungswissenschafter*innen und eine Hauswirtschafterin, die nicht nur kocht, sondern auch die schönsten Geburtstagstorten zaubert und immer ein offenes Ohr hat. „Sie ist ein ganz besonderer Anker im Haus – für uns als Team und für die Kinder und Jugendlichen“, weiß Katharina.

Die Arbeit im Haus Mirjam ist anspruchsvoll. Viele Kinder stehen in einem Loyalitätskonflikt – zwischen ihrer Herkunftsfamilie und der WG. „Sie trauen sich manchmal nicht einzugestehen, dass sie es hier besser haben“, erzählt die Leiterin. Umso wichtiger ist es, ihnen Wärme und Geborgenheit zu schenken – gerade in dieser Zeit. Mit Sicherheit, mit Ritualen, mit Gesprächen. Und mit dem Gefühl: Du bist nicht allein.

Doch der Alltag ist auch erfüllt von kleinen Wundern: Ein Lachen, das zurückkehrt. Ein Kind, das Vertrauen fasst. Und manchmal auch ein Wiedersehen. „Wenn ehemalige Bewohner*innen vorbeikommen, erzählen, wie es ihnen geht, wie weit sie es gebracht haben – das sind die schönsten Momente“, sagt Katharina und lächelt. „Da werden die Augen schon mal feucht.“