Emmanuel Kyuhabiro (links am Bild) ist neun Jahre alt und lebt im kleinen Dorf Kasimu, rund hundert Kilometer westlich von Ugandas Hauptstadt Kampala. Heute besucht der aufgeweckte Bub die örtliche Grundschule – eine Selbstverständlichkeit sollte man meinen. Doch für Emmanuel war dieser Weg alles andere als gewiss.
Der Junge wächst mit fünf Geschwistern auf. Seit sein Vater durch den Verlust eines Beines nicht mehr arbeiten kann, ist viel Alltägliches für die Familie eine Herausforderung und zusätzliche Kosten ein Ding der Unmöglichkeit. Zwar ist die Grundschule in Uganda offiziell verpflichtend und kostenlos, doch die Realität sieht gerade in ländlichen Gegenden anders aus: Schulmaterialien, die tägliche Anreise, das Mittagessen und nicht zuletzt die Schuluniform müssen weiterhin bezahlt werden. Für kinderreiche Familien ohne gesichertes Einkommen ist das oft schlicht nicht leistbar. Lange war daher unklar, ob Emmanuel überhaupt eingeschult werden kann.
Eine unerwartete Chance eröffnete sich, als sich die Familie um die Aufnahme in ein Projekt bewarb, das von Bruder und Schwester in Not gemeinsam mit der Partnerorganisation vor Ort in Mityana durchgeführt wird: das sogenannte Glücksschwein-Projekt. Dank Spenden aus Tirol erhalten bedürftige Familien ein Jungschwein zur Aufzucht. Die Idee dahinter ist einfach und wirkungsvoll: Verkauft die Familie die in den Folgejahren geborenen Ferkel, können sie mit den Einnahmen die laufenden Kosten für den Schulbesuch ihrer Kinder decken.
Auch Emmanuel, ein lernfreudiger, neugieriger und hilfsbereiter Junge, profitierte davon. Mit der Aufnahme in das Projekt rückte sein Wunsch nach Bildung in greifbare Nähe. Neben dem Jungschwein erhielt die Familie außerdem einige junge Kochbananenstauden, ein wichtiges Grundnahrungsmittel in Uganda, das zugleich zusätzliche Einkommensmöglichkeiten bietet.
Inzwischen ist aus dem Ferkel ein kräftiges Mutterschwein geworden, das bereits mehrere Würfe hatte. Die Bananenstauden tragen reichlich und Emmanuels Eltern haben sich zudem einer Spargruppe im Dorf angeschlossen, um ihr finanzielles Wissen zu stärken und langfristig besser planen zu können. All das verbessert die Lebenssituation der Familie spürbar und eröffnet Emmanuel und seinen Geschwistern neue Perspektiven.
Bildung ist die Grundlage für einen guten Weg in die Zukunft – und dank der Unterstützung aus Tirol ist Emmanuel heute auf dem besten Weg zu einem erfolgreichen Schulabschluss. Seine Geschichte zeigt, wie nachhaltig kleine Initiativen wirken können, wenn sie Familien ermöglichen, selbst für die Ausbildung ihrer Kinder zu sorgen.
