Mit Abstand nah, näher, am Nächsten

21.03.20


„Die Corona-Krise zeigt uns deutlich, wie wichtig Zusammenhalt und Zusammenarbeit sind. Noch nie in den letzten Jahrzehnten hatten wir eine ähnliche Herausforderung. Wir können auf keinerlei Erfahrungswerte zurückgreifen. Was heute richtig erscheint, ist morgen schon wieder anders zu bewerten. Fehler werden zu großen Lehrmeistern.

Mit großer Dankbarkeit blicke ich auf die Verantwortlichen im Land, in den Städten und Gemeinden. Gerade die Gemeindeebene mit ihrer wirtschaftlichen, organisatorischen, sozialen Nahversorgung ist von ganz großer Bedeutung. Insgesamt dürfen wir froh sein, dass so vieles noch funktioniert: Lebensmittel-, Wasser- und Stromversorgung und vieles mehr.

Das Geschäft im Dorf oder ganz nah ist ein großer Schatz und Sicherheitsspeicher. Unser scheinbar selbstverständliches Sozial- und Gesundheitssystem besteht derzeit eine große Bewährungsprobe. Sehr viele Staaten der Welt beneiden uns darum. Großen Dank an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in
Medizin und Pflege.

Nah, näher, am Nächsten zu sein, ist derzeit - trotz allem vorsorglichen Abstand – heilsam und unverzichtbar. Botschaften wie: „Du gehörst dazu, ich rufe dich an, ich denke an dich, ich höre dir zu, ich rede gut über dich“, sind Seelsorge im besten Sinn. So überwinden wir jede Gartenmauer, jeden Zaun, vielleicht sogar jahrelangen Streit. Corona-Zeit darf Versöhnungszeit werden.

Das WIR ist größer als das VIRUS. Ich sage allen ein herzliches „DANKE“, die in diesen Tagen miteinander und füreinander DA sind.“

Georg Schärmer, Caritasdirektor